Puenktlich zu Beginn des Ramadans sind wir nun wieder im muslimischen Jakarta angekommen. Wir haben unsere alte Hostel-Gegend kaum wieder erkannt, da ploetzlich die ganzen kleinen Essstaende weg waren und auch die Haelfte der Cafes geschlossen hat. Hatten schon kurz Sorge um unser Fruehstueck (da wir uns nicht an die Ramadan-Essenszeiten vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang halten), aber beim genaueren Hinsehen, gabs dann in einigen Hotels / Restaurants doch was (und sogar Bier!!) - wenn auch hinter zugezogenen Vorhaengen (wo zum Teil auch die Moslems sitzten und sich nicht an ihr Fasten halten!)
Den letzten Tag haben wir hier noch einmal die krassen Gegensaetze des Landes innerhalb nur weniger Kilometer zu sehen bekommen. Sind nach Kota zum alten Hafen gefahren und mussten dort durch einen richtigen Slum durch: winzigste, dunkle Gassen, Leben auf engstem Raum, die allerschlimmsten Gerueche, viele, viele Kinder und trotzdem schienen die Menschen irgendwie gluecklich! Alle haben uns angelaechelt und uns den Weg gezeigt, die Kinder haben uns immer "Mister, Mister! Take a photo!" hinterhergerufen und wir wurden nur von 2 Kindern einmal angebettelt! Irgendwie gibts dort auch eigene Strukturen mit klitzekleinen Verkaufsstaenden und sogar einem dunklen Raum, wo die Jugend an Computern gezockt hat!
Tja, und den Abend haben wir dann mit Risa, einer der Indonesierinnen, mit der wir anfangs auf Sumatra waren, ausklingen lassen: In einem Restaurant in der edelsten Mall (wo vielleicht in ANSAETZEN das Quartier 206 in der Friedrichstrasse mithalten kann) und abschliessendem Kaffee im Grand Hyatt mit Blick auf das hellerleuchtete Jakarta... Ist schon krass dieser Gegensatz...
Bali - der Traum vieler Frisch-Verheirateter entpuppt sich als Inselchen mit den wohl besten Marketing-Kampagnen der Welt, anders ist die weltweite Faszination wohl nicht zu erklaeren!
Verkehr und Dreck machen Urlaub zum Genuss! Die angeblich weissen Straende sind meist von einem bezauberndem Schwarz (Vulkanasche) oder manchmal auch so schoen bunt von liebevoll arrangiertem Abfall! Die atemberaubendem Tempel muss man nicht morgens um 6 besuchen, sondern man erfasst ihre erstaunlichen Dimensionen zu jeder Tagesweit im Vorbeigehen.
Nein, nein - es ist schon toll! Bloss wir verwoehnten Reisegoeren sind nunmehr nur noch schwer zu begeistern.
Zwischen all den Segnungen, Opfergaben und balinesischen Tanzveranstaltungen wagten wir uns mit dem Moped zu den angesagtesten Plaetzen: Wir bestaunten Affen, Grotten und Reisfelder bei Ubud, waren shoppen an Balis Ballermann (Kuta, aber wahrscheinlich 10x groesser!) und erforschten Straende an der Suedspitze, hatten aber leider die Surfbretter nicht dabei...
Wirklich bereichernd war die Familie unseres Hostels. Die waren so goldig und liebevoll, dass man die etwas negative Erfahrung mit der indonesishcen Polizei 10x aufwiegen konnte. Ja ich glaube, wir haben irgendwas zwischen Bestechungsgeld (kein internationaler Fuehrerschein) und / oder Strafe fuer ein nicht begangenes Verbrechen (Verkehrsdelikt) bezahlt und die armen Polizisten mit ihren Familie einen Monat vor dem sicheren Hungertod bewahrt. Bevor wir das Land aber noch nicht verlassen haben, moechte ich hier nicht zu sehr ins Detail gehen.
Alles in allem bietet die Insel sicher fuer jeden etwas und der erfahrene Low-Budget-Traveller findet noch immer seine Futter- und Schlafplaetze abseits der Luxusresorts und Restaurants und goennt sich - wir geben es zu - auch schon mal ein Liegestuehlplaetzchen mit Schirmchen am Strand.
